Es gibt verschiedene Arten von Lawinen. Jede hat eigene Merkmale, Entstehungsbedingungen und Gefahren. Verstehe die Unterschiede und erkenne die Warnsignale.
Der häufigste Typ
Schneebrettlawinen sind die gefährlichsten Lawinen in den Alpen. Sie entstehen, wenn eine zusammenhängende Schneedecke (das „Brett") auf einer Schwachschicht abgleitet. Das Brett kann riesig werden und mit enormer Kraft ins Tal stürzen.
Der Klassiker
Lockerschneelawinen entstehen aus einzelnen Schneekristallen, die lose zusammenhängen. Sie sind meist kleiner als Schneebrettlawinen, können aber trotzdem gefährlich sein – besonders wenn sie Felsen mitreißen.
Der Schleicher
Gleitschneelawinen entstehen, wenn die gesamte Schneedecke auf dem Untergrund abgleitet – wie auf einer Rutschbahn. Sie können jederzeit ohne erkennbaren Grund abgehen und sind schwer vorherzusagen.
Häufigkeit: Sehr häufig
Geschwindigkeit: Sehr schnell (bis 300 km/h)
Größe: Sehr groß
Warnsignale: Risse, dumpfe Geräusche
Gefahr: Sehr hoch
Häufigkeit: Häufig
Geschwindigkeit: Schnell (bis 100 km/h)
Größe: Klein bis mittel
Warnsignale: Staubwolke
Gefahr: Mittel
Häufigkeit: Seltener, aber regelmäßig
Geschwindigkeit: Mittel (bis 150 km/h)
Größe: Groß
Warnsignale: T-Wracks
Gefahr: Hoch
Eine Schwachschicht ist eine dünne Schneeschicht mit schlechteren Hafteigenschaften. Sie ist der Grund, warum Schneebrettlawinen entstehen. Es gibt verschiedene Typen:
Entsteht, wenn Wasserdampf direkt in Eiskristalle umwandelt. Diese Kristalle haben schlechte Bindung zu höheren Schichten. Typisch nach klaren, kalten Nächten.
Kleine, runde Schneekristalle mit schlechter gegenseitiger Bindung. Entstehen oft zwischen verschiedenen Schneefall-Episoden.
Entstehen durch Temperaturgradienten. Diese kantigen, porenähnlichen Kristalle haben extrem schlechte Bindung – eine der gefährlichsten Schwachschichten.
Dünne Eiskrusten zwischen Schneelagen. Besonders gefährlich, weil Skifahrer nicht merken, dass sie glatt sind.
Du kannst eine Schwachschicht von außen nicht sehen. Eine Lawinengo-Sonde ist das wichtigste Werkzeug, um Schwachschichten zu finden und zu testen. Lerne in Kapitel 3, wie man die richtige Ausrüstung nutzt.